The Art of Kanun

Um die 50 ́er Jahre des 19. Jahrhunderts entstand am Rio de la Plata eine revolutionäre und doch zutiefst gefühlsbetonte Kunst namens Tango. In der Musik aus den Hafenvierteln Buenos Aires stammend, ka- men Emotionen der Sehnsucht, Leidenschaft und Liebe zum Ausdruck. So wurden diese auch tänzerisch in nahezu schwerelosen Formen the- matisiert. In den 1920 ́er Jahren verbreitet sich die Perle der argenti- nischen Musik weit über die Landesgrenzen hinaus und es entstanden in vielen Ländern Tangos in den verschiedensten Sprachen.

Auch konnten sich die türkischen Musikscha enden dem Sog des Tan- gos nicht entziehen. Nebst zahlreichen Instrumentalstücken, entstan- den Lieder, die von leidenschaftlichen Gefühlen in wehmütigen Texten ihrer unstillbaren Sehnsucht in Form des türkischen Tangos nieder- legten. Lange nur mit europäischen Instrumenten gespielt, wurde seit den späten 1990 ́er Jahren der türkische Tango auch mit türkischen Instrumenten umrahmt. So entsteht eine Euphonie in noch nie dage- wesenem Ausmaß.

Unter dem Dach der Orientalischen Musikakademie Mannheim ent- faltete „Tango Ala Turka“, 2010 seine Klänge in den Räumen der Ress- Engelhorn-Museen. Drei Kontinente und Kulturen verbindend, spannt das Ensemble Brücken über den Atlantik bis hin zur ehemals Byzantini- schen Hauptstadt Istanbul. So verschmelzen in „Tango Ala Turka“ die verschiedenen Kulturen zum Inbegri der Transkulturalität.

Sanft streichend begleiten das Cello die gezupften Saiten der Kanun (türkische Harfe) und der harmonievollendeten Gitarre und Kontra- bass. In der samtigen Stimme des Gesangs entführt das Ensemble die Zuhörerinnen und Zuhörer in eine perfekte Klangwelt, welche durch die Geschmeidigen Bewegungen eines, in eine andere Zeit versunke- nen, Tänzerpaares vollendet wird.

Gesang:            Serap Giritli

Gitarre:             Cengiz Onural

Cello:                Jakob Schütze

Kontrabass:     Katharina Gross

Kanun:              Muhittin Kemal Temel



 

Tango Ala Turka